26.08.19, Gespräch „Ja heißt Ja? Feministische Debatten um einvernehmlichen Sex“, 19:00 Uhr

Weil es nicht immer allen möglich ist, «Nein» zu sagen, ist aus der feministischen Losung «Nein heißt Nein» die Forderung nach «Ja heißt Ja» entstanden. Demnach ist die ausdrückliche Zustimmung aller Beteiligten notwendig, damit Sex als einvernehmlich gilt. So wird die Verantwortung für sexuelle Gewalt verlagert: Weg von jenen, die nicht (klar genug) «Nein» sagen hin zu jenen, die nicht das nötige «Ja» bekommen. Aus der Perspektive sexueller Selbstbestimmung erscheint das zunächst plausibel.
Die Autorin des Buches „Ja heißt Ja? Feministische Debatten um einvernehmlichen Sex“ sieht das Konzept dennoch kritisch. Ihre wesentliche These: Die Fokussierung auf ausdrückliches Einverständnis als Hebel zur Verhinderung sexualisierter Gewalt unterschätzt die Verinnerlichung sexueller Machtverhältnisse. «Ja heißt Ja» kann somit heteronormative Strukturen stabilisieren und wenig zu einer Veränderung hegemonialer Sexualkultur beitragen. Was heißt das für unseren Kampf gegen sexuelle Gewalt?

Veranstalter*in: Emanzipative & Antifaschistische Gruppe [EAG]
In Kooperation mit dem Buchladen zur Schwankenden Weltkugel und dem Café Morgenrot

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Mobilisierung gegen den christlich-fundamentalistischen „Marsch für das Leben“ statt. Nach dem Gespräch wird es noch Informationen zu den Gegenprotesten geben.

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